Einladung: Informationsabend am Freitag, 19. Februar 2010 um 19 Uhr, Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Buxtehude


Themen:

·         Die Tschernobyl-Katastrophe, „Land und Leute im Bezirk Gomel“,

·         Die Hilfsaktion des Kirchenkreises Buxtehude

·         Die Fahrt nach Gomel. (Herbstferien 2010 Infos siehe unten)

 

·         Im Oktober 2010 wollen wir wieder eine Fahrt nach Gomel und Retschiza zu Beginn der niedersächsischen Herbstferien 2010 anbieten; also etwa von Sonnabend, 09. Oktober bis Sonnabend, 16. Oktober 2010. Anmeldungen nehmen wir bereits jetzt entgegen. Wir werden nur dann fahren, wenn sich eine ausreichende Zahl von Teilnehmenden anmeldet, weil sonst die Fahrt für jeden einzelnen zu teuer wird.

·         Angebot: Fahrt mit einem Reisebus mit drei Fahrern vom Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Buxtehude. Fahrtdauer ca. 24 – 26 Stunden mit Pausen. Reiseverpflegung über die Bordküche und eigene Verpflegung. In Gomel Einzel-/Doppelzimmer incl. Frühstück  im Hotel TOURIST (nach Landeskategorie: „gehobene Ausstattung“). In Gomel und Retschiza werden Krankenhäuser, humanitäre Initiativen und sehenswerte Einrichtungen besucht; darüber hinaus bleibt genügend Zeit für Begegnungen mit den Familien unserer Gast- bzw. Patenkinder. Das Programm wird von uns selbst zusammen gestellt und kann vor Ort variiert werden. Reiseleitung durch Ehepaar Gade und eine ständige Dolmetscherin vor Ort. Für Familienbegegnungen können zusätzliche Dolmetscherinnen bestellt werden.

·         Kosten: Der Preis (Doppelzimmer/Frühstück) richtet sich nach der Anzahl der Mitfahrer: Bei 20 Personen rechnen wir mit 500,00 € / Person. Bei 25 Personen mit 450,00 € / Person. (Wechselkurs und Kostenstand vom 13.10.2009) Die Kosten werden geringer, je höher die Zahl der Fahrtteilnehmer ist. Ausgaben vor Ort müssen zusätzlich eingeplant werden. ACHTUNG! Aufgrund der Erfahrungen im Zusammenhang mit der Fahrt 2006 nehmen wir Anmeldungen nur in Verbindung mit einer nicht rückzahlbaren Anzahlung in Höhe von 50,00 € entgegen.  

(Konto: St. Petri-Buxtehude, Nr.: 56 241 425 BLZ 207 500 00 „Fahrt Gomel“)

 

 

Herzliche Grüße!

Marion und Hans-Otto Gade, Tel: 04161 – 6 31 31  mail: hans-otto.gadeewetel.net

Neues aus der Tschernobyl-Arbeit des Kirchenkreises Buxtehude: Pakete und Wertbriefe


Wir alle wollen  weiterhin gemeinsam für die Menschen im Gebiet Gomel da sein und helfen. Leider haben wir jetzt kaum noch eine Möglichkeit die Menschen in dem verstrahlten Gebiet mit Paketen oder Wertbriefen zu unterstützen.

Eine Paketaktion kann aus betriebswirtschaftlichen Gründen der Firma Becker Ost-West-Zentrale in Tostedt leider nicht mehr durchgeführt werden. Falls Sie aber doch ein Paket schicken möchten und keine Mühen scheuen, gibt es die Möglichkeit, dieses über Katrin u. Thomas Schafbuch in Hildesheim abzuwickeln. (Das Ehepaar, das mit der Ostkirchenarbeit im Haus kirchlicher Dienste in Hannover in Verbindung steht, hat langjährige Erfahrung mit Pakettransporten und arbeitet sehr zuverlässig. Link: www.schafbuch.eu)

Es gibt nun aber die Möglichkeit – unter besonderen Auflagen –, wieder einen Wertbrief nach Weißrussland zu schicken – und zwar mit dem Linienbus. Die Bedingungen erfahren Sie bei Herrn Leonid Gandlin in Tostedt.

Die Mitarbeiter der Firma Becker GmbH - Ost-West-Zentrale, Bremer Straße 36, 21255 Tostedt – Tel.: 04182 – 281151 (Raissa Tscherniak und Leonid Gandlin) sind ab sofort nur noch montags und dienstags in der Zeit zwischen 9.00 Uhr und 16.00 Uhr zu erreichen.

Dankbarkeit für Weihnachtspakete


Liebe Gasteltern, Paten und Freunde unserer Hilfsaktion!

Nach unserer Weihnachtspaketaktion für die Menschen in der Tschernobyl-Region Weißrusslands haben wir von der Sozialstation des Roten Kreuzes in Retschiza folgenden Brief erhalten:

„Liebe Freunde, wir äußern Ihnen unsere große Dankbarkeit für die humanitäre Hilfe für die bedürftigen Einwohner der Stadt Retschiza und des Bezirks, die Sie immer leisten. Herzlichen Dank Ihnen für die Bettwäsche und die hygienischen Artikel. Es sind Sachen, die unsere Einwohner am meisten brauchen. Gemäß den Listen haben 712 Familien Hilfe bekommen – es sind minderbemittelte Leute, alleinerziehende Mütter, Brandgeschädigte, Obdachlose und ehemalige Häftlinge. Sie alle haben Bekleidung, Bettwäsche, Schuhe und Spielzeuge bekommen. Eine besondere Dankbarkeit möchten Invalide und liegende Kranke äußern: sie haben Bettwäsche und hygienische Artikel in großer Menge bekommen.

Die Einwohner der Stadt Retschiza und des Bezirks, die eine Hilfe brauchen, wenden sich an Sie mit der Bitte nach der Möglichkeit folgende Hilfe zu leisten: Bekleidung, Schuhe, Spielzeuge, Bettwäsche. Unsere Invaliden und liegende Kranken haben eine besondere Bitte, und zwar bitten sie um hygienische Artikel, Waschmittel, Pampers, Spülmittel, Plastikbetttücher, Rollstühle, hygienische Feuchttücher, Gehilfen und Handstöcke.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien viel Gesundheit, Frieden, Wohlergehen und alles Gute!

Die Krankenschwestern des Roten Kreuzes Elena, Marina und Irina (siehe Foto)

 

Wenn Krankheit Mauern baut - Bericht von einem Besuch in der Region Gomel 2006


Pastor Gade - Dr. Valerij Rosanski - Dr. Lilja Sdorowez - Marion Gade (Leitende Ärzte des Gebietskrankenhauses in Gomel - Belarus)

Krankheit verändert uns Menschen, verändert unser Leben. Ich nehme anders am Leben teil, wenn ich ernsthaft erkranke. Auch Mitmenschen gehen mit mir anders um, wenn sie von meiner Krankheit wissen.

Besonders schwer erkrankten Menschen stellt sich immer wieder die Frage: Warum gerade ich, warum diese Krankheit, warum muss ich leiden, womit habe ich das verdient?

Die Menschen in der Tschernobyl-Region Weißrusslands stellen diese Frage nach dem WARUM so nicht. Die Eltern der weit über 1000 Schilddrüsenkrebskinder wissen, warum ihre Kinder krank sind. Die Familien der rund 800 Leukämiekinder brauchen nicht zu fragen, warum ihre Kinder lebensbedrohlich erkrankt sind - die Ursache ist das fürchterliche Geschehen in den frühen Morgenstunden des 26. April 1986. Die radioaktive Wolke ist von Tschernobyl in der Ukraine aus vor allem über das Gebiet des Bezirks Gomel in Weißrussland hinweg gezogen und hat unsagbares Leid über die Menschen gebracht.

Und doch ist das nicht die ganze Wahrheit. Das, was wir im Westen schon lange ahnten und auch wussten, wird nun auch von den Weißrussen bestätigt: Die radioaktive Wolke zog in Richtung Moskau. Die Hauptstadt der ruhmreichen Sowjetunion durfte natürlich nicht verstrahlt werden, koste es, was es wolle. Also wurden Kampfflugzeuge losgeschickt, die gemeinsam mit Flakbatterien westlich von Gomel die radioaktive Wolke unter Beschuss nahmen. Darauf hin regnete der Tod über Gomel und Umgebung ab und Moskau war gerettet.

Warum hat mein Kind Schilddrüsenkrebs oder Leukämie? Die Frage nach dem Warum der Krankheit lässt sich in Gomel eindeutig beantworten. Ich hätte deswegen auch bei meinem letzten Besuch dort vor 14 Tagen erwartet, dass die Menschen aufschreien und die damals Verantwortlichen verfluchen. Aber: Nichts dergleichen. Wir haben das stumme Leiden gesehen und die fast ohnmächtigen Versuche einiger Selbsthilfe-Gruppen, unter sehr eingeengten Bedingungen ein wenig Hilfe zu schaffen. Eingeengt - da meine ich die Behinderungen durch staatliche Stellen und die damit zusammen hängende räumliche Enge, in der diese Gruppen arbeiten müssen.

Diesen Menschen dort ist es unsagbar wichtig, dass es Menschen gibt, die sie in ihrem Leid nicht allein lassen. Menschen, die an sie denken, ihnen schreiben und sie von Zeit zu Zeit auch mal besuchen.

Wichtig sind natürlich auch unsere finanziellen Hilfen und die Medikamente, die wir in die Krankenhäuser senden.

"Das Wichtigste ist aber doch, dass ihr uns nicht vergesst!"

Im Galaterbrief heißt es im 6. Kapitel: "Einer trage des Anderen Last, so werdet ihr den Willen Jesu Christi erfüllen."

Pastor Hans-Otto Gade
Kirchengemeinde St. Petri Buxtehude


© Evang.-luth. Kirchenkreis Buxtehude
Letzte Änderung: 17. 12. 2009