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Die Geschichte Bliedersdorfs und seiner KircheFotos: Dieter Camper, Text: Christian Fuhst
Die Geschichte des Ortes Bliedersdorf beginnt zur Zeit Kaiser Karls des Großen (742 - 814). Das in den Sachsenkriegen entvölkerte und verwüstete Land zwischen Elbe und Weser wurde nach 804 neu geordnet. Es entstanden befestigte Königshöfe in Altkloster, Harsefeld und Stade. Das dazwischen liegende Land wurde an verdiente Soldaten Kaiser Karls abgegeben. Ein Franke mit dem Namen Blidher bekam das Land am Unterlauf der Aue und ließ es vermutlich von zurückgebliebenen sächsischen Leibeigenen bewirtschaften. Er wird seinen Wohnsitz an dem gut geschützten Platz genommen haben, wo nun die Kirche steht. Der Franke Blidher gab seinem neuen Wohnort seinen Namen: Bliedersdorf.
Die Erben und Nachfolger des Blidher kamen durch Heiraten oder Erbfolge im Laufe der Zeit in den Besitz des gesamten Gebietes zwischen Este und Aue, in dessen Zentrum die Kirche von Apensen steht. Ihren Wohnsitz nahm die Adelsfamilie 1255 auf der neugegründeten Horneburg. Die nun mächtigen, vermögenden und einflußreichen Herren von Bliedersdorf stellten sich in den Dienst des Landesherren, des Bremer Erzbischofs. Der hatte seine Residenz in Bremervörde. Als treuer Gefolgsmann des Bremer Erzbischofs nahm Iwan von Bliedersdorf in den Jahren nach 1229 an den Kämpfen gegen die Stedinger teil. Die Bauern des Landes Stedingen links und rechts der Unterweser drohten der Stadt Bremen mit der Sperrung der Weser und dem Unterbinden der Weserschifffahrt. Der Erzbischof Gerhard II rief zum Kreuzzug gegen die Stedinger auf, die am 6. Juli 1233 vernichtend geschlagen wurden. Es wird ein Gelübde des Iwan von Bliedersdorf während der Kämpfe gegen die Stedinger gewesen sein, in Bliedersdorf eine Kirche errichten zu lassen. Man wird also davon ausgehen können, daß nach dem Einholen aller kirchlichen Erlaubnisse die Bliedersdorfer Kirche um 1240 errichtet worden ist.
Die Kirchentür
Man betritt heute die Bliedersdorfer Kirche durch eine kleine Tür, muß sich beim Eintreten vor Gott verneigen und beim Verlassen zu seinen notleidenden Mitmenschen hinabbeugen. Der Innenraum der Kirche
Der Raum für die Gemeinde hat die Innenmasse 14 x 7 Meter. Es schließt sich der ursprünglich eingewölbte Altarraum in den Massen 6 x 5 Meter an. Alle Wände der Kirche sind bis in die höchsten Giebelspitzen aus den Feldsteinen errichtet, die auf den Äckern der Bliedersdorfer Bauern gefunden wurden. Die Steine sind im wilden Verband verlegt. Auch im Innenraum sind die Steine nicht verputzt. Noch 1690 klagte der damalige Pastor Faje, es müsse mit Mühe im Dach hinein geprediget werden. Erst danach werden die aus unbehauenen Eichenstämmen bestehenden Deckenbalken mit einem Boden abgedeckt worden sein. Der Altarraum hatte früher ein Gewölbe aus Ziegelsteinen. Nach dessen Einsturz gegen Ende des 19. Jahrhunderts bekam auch er eine Balkendecke.
Die Sage von der Bliedersdorfer Kirche![]()
Der Beichtstuhl
Zu den ältesten Einrichtungsgegenständen in der Bliedersdorfer Kirche gehört der Beichtstuhl. Die Vierteltonne über ihm mit den gotischen Fialen (Spitzen) wird früher den Altar überwölbt haben. Um 1700 wurden die Plätze im Beichtstuhl an drei Bauernfamilien ausgegeben, deren Namen bis heute zu lesen sind: Tönnies Dammann, Hein Engelken, Hans Bosche. Auch alle anderen Familien hatten in ihrer Kirche ihre festen Plätze, die sonntags besetzt sein mussten. Die Taufe
Die 82 cm hohe Taufe ist aus einem Holzklotz hergestellt, der durch aufgesetzte Arkaden und Gebälke gestaltet ist. Der Aufsatz mit der Taube über den vier Rankenvoluten bedeckt die einfache Taufschale. 1696 liessen Johann Bellmann und Tönnies Dammann die Taufe neu vermalen. Die alte Tauf-Zinnschale wurde gestohlen. Die Kanzel
Der Schalldeckel der Kanzel
In späteren Jahren bekam die Kanzel einen Schalldeckel. Eine Taube in seinem Inneren erbittet den Segen des Heiligen Geistes für den Prediger. Und der soll laut reden, wie aus Jesaja 58, 1 zitiert wird, so dass es alle verstehen können: Erhebe deine Stimme wie eine Posaune. © Evang.-luth. Kirchenkreis Buxtehude Letzte Änderung: 10. 07. 2010 |
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