Pastor Andreas Hellmich

Und die Hoffnung hängt …

… am Gartenzaun. So singt die Gruppe „Silbermond“ in einem ihrer Lieder.

Vor meinem inneren Auge sehe ich, was der Herbst mit sich bringt. Blätter … und wie diese Blätter vom Winde verweht werden. Grüne oder bunte Blätter, braun und vertrocknet. Dazwischen weggeworfenes Papier. Mal kleine Papierfetzen, mal eine Zeitung, die der Wind zerfleddert hat. Endstation im Graben, in einer windstillen Ecke oder im Zaun. Da hängt sie dann, vom Winde verweht … So wie die Hoffnung?

Der goldige Oktober liegt vor dem trüben November. Gedanken gehen zurück. Was war? Was passiert in unserem Land und in der Welt? Wie ist es mir ergangen? Nicht nur Blätter fallen, sondern körperliche Kräfte schwinden. Lebensmöglichkeiten gehen verloren. Menschen sterben. Und die Hoffnung?

„Die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Gerne wird das gesagt. Aber warum? Was ist, wenn sie am Gartenzaun hängt? Ausrangiert, weggeweht, zerrissen.

Mich stärkt, ermutigt, tröstet immer wieder ein Lied: „Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus, meine Zuversicht. Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.“ Ich habe es oft im Ohr oder singe es. Sei es für mich oder mit anderen und für andere.

Meine Hoffnung hängt … an Christus. Mal singe ich es als dankbare Erfahrung, mal als trotziges Widerwort oder ermutigenden Zuspruch. Es kann im goldigen Oktober, in stürmischen Zeiten und im tristen November sein. „Meine Hoffnung hängt … wo?“ Eine sehr persönliche Frage.

Pastor Andreas Hellmich in der Kolumne der Kirchen im Stader und Buxtehuder Tageblatt.