Dechant Johannes Pawellek

Wer wagt den ersten Schritt?

Wenn die Erderwärmung nicht gestoppt wird, wird sich der Meeresspiegel um 2 Meter erhöhen. Die rasant steigende Luftverschmutzung zwingt heute schon Metropolen Fahrverbote auszusprechen. Unter den Folgen der letzten Stürme litten selbst in unserer Region viele Pendler und Fernreisende.

Der Klimawandel ist überall spürbar. Oder sind es doch nur "Fake News" wie der Präsident der USA behauptet?

In diesen Tagen versammeln sich Tausende von Menschen in Bonn und überlegen wie sie die Beschlüsse des Pariser Klimaschutzabkommens umsetzen können. Die, die dort zusammen kommen, handeln nicht nach dem Prinzip "den Kopf in den Sand stecken" oder "nach uns die Sintflut", sondern suchen nach Antworten, wie die Probleme heute gelöst werden können.

Denn wir sitzen alle im selben Boot, sind die eine Menschheitsfamilie, die die eine Erde bevölkert. Erkennen die uns Regierenden den Ernst der Lage? Denken die Politiker nicht nur an die heimische Wirtschaft, sondern auch an die Zukunft der Welt und der Menschheit?

Es geht ums Ganze: um die Bewahrung der Schöpfung, um Frieden und Gerechtigkeit für alle Geschöpfe dieser Welt.

Jemand muss in Bonn den ersten Schritt wagen. Wenn einer anfängt mit den anderen das zu teilen, was er beitragen kann, dann wird der Klimagipfel ein Erfolg werden.

Vorbild für dieses Vorgehen kann uns ein Mann sein, der vor 1700 Jahren seinen Mantel mit einem frierenden Bettler geteilt hat: Martin von Tours.

Dechant Johannes Pawellek in der Kolumne der Kirchen im Stader und Buxtehuder Tageblatt