Pastorin Meriam Kalmbach

Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten

Da müssen die Jünger Abschied nehmen. Jesus ist zu seinem Vater im Himmel aufgefahren und die Jünger blicken in eine ungewisse Zukunft.

Das Abschiednehmen von Vertrautem kennen wir, z.B. nach dem Schulabschluss oder einem Umzug. Das Gewohnte loslassen. Sich neu orientieren. Zugehen auf eine fremde Zukunft. Das ist oft schwer und verunsichert. Wie soll das werden? Was wird da kommen?

Corona führte dazu, dass viele sich in den letzten Wochen von ihrem gewohnten Alltag verabschieden mussten. Es fehlt etwas. Der tägliche Weg ins Büro, das unbekümmerte Zusammensein in der Schule, die Besuche und Kontakte zu Freunden und Verwandten. Nun beginnt manches wieder. Aber es bleibt ungewohnt. Wir müssen uns neu orientieren.

Ich trauere vielem nach. Und ich frage mich, wie es in Zukunft weitergehen soll. Gebe ich meinem Gegenüber nie wieder die Hand? Gewöhne ich mich an den Abstand und reduziere meine Kontakte? Welche positiven Erfahrungen werde ich mir erhalten? Entscheide ich mich zukünftig bewusster, wen ich treffen möchte und womit ich meine Zeit fülle?

Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten möchte ich hoffnungsvoll nach vorn blicken. Denn Jesus sagt: „Ich sende euch meinen Geist.“ Der Geist Gottes hilft uns: Aufzugreifen, was an neuen Möglichkeiten nun vor uns liegt. Mutig und kreativ Prioritäten zu setzen und den Alltag bewusst zu gestalten. Nicht sorglos, nicht panisch, sondern mit Besonnenheit. Dass sich vermehrt, was nicht nur zu Corona-Zeiten so wichtig ist: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte und Treue.

Pastorin Meriam Kalmbach in der Kolumne der Kirchen im Stader und Buxtehuder Tageblatt.