Dechant Johannes Pawellek

Licht in der Dunkelheit

Die dunkle Jahreszeit ist vorbei. Mit dem kalendarischen Winteranfang werden die Tage länger, endlich wird es draußen wieder langsam heller. Und auch drinnen in meiner Wohnung wird es heller. Am Sonntag werde ich die 4. Kerze am Adventskranz entzünden können. Darauf freue ich mich und bin dankbar, dass ich das nach einem Jahr des Wartens wieder tun kann.

Vor einem Jahr habe ich eine Erfahrung machen müssen, die ich nun mit anderen Betroffenen teile: Weihnachten nicht zu Hause am hell erleuchteten Baum feiern zu können sondern im Krankenhaus, statt der Christmette eine Notoperation, statt der festlich geschmückten Kirche das sterile Zimmer auf der Intensivstation. Diese Leiderfahrung hat mir geholfen Weihnachten neu und tiefer zu verstehen.

Jesus wurde nicht im Palast des Königs Herodes in Jerusalem geboren, sondern in einer Höhle bei Betlehem, die den Schafhirten als Stall für ihre Tiere diente. Diese Haltung nimmt Jesus in seinem irdischen Reden und Tun ein, indem er sich zuerst zu den Armen, Kranken und Zukurzgekommenen gesandt weiß und nicht zu den Privilegierten und im Rampenlicht Stehenden. "Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf" so hat Jesaja Jesu Kommen vorausgesagt.

Durch Jesu Geburt hat Gott auch meine Dunkelheit, meine Ängste und Sorgen erhellt. Diese frohe Botschaft darf ich an Weihnachten dankbar verkünden: "Das wahre Licht, das jeden erleuchtet, kam in die Welt."

Dechant Johannes Pawellek (röm.-kath. Dekanat Unterelbe) in der Kolumne der Kirchen im Stader und Buxtehuder Tageblatt.