Das Ja zum Glauben

Kleider machen Leute – so heißt ein bekanntes Sprichwort. Die Konfirmation ist dafür ein gutes Beispiel. Wenn an den kommenden Sonntagen in den Gemeinden des Kirchenkreises Buxtehude zahlreiche Mädchen und Jungen konfirmiert werden, dann haben nicht wenige von ihnen quasi über Nacht eine erstaunliche Veränderung durchlaufen. Ziehen die Jugendlichen am Konfirmationstag mit ihrer Pastorin oder ihrem Pastor im festlichen Zug in die Kirche ein, dann staunen meistens nicht nur die Eltern.

Wo gestern noch die lockere Kleidung angesagt war, wird am Tag der Konfirmation oft zum ersten Mal im Leben ein Anzug getragen oder das schicke Kostüm angezogen. Die Turnschuhe bleiben an diesem Tag im Schrank. Pumps mit Absatz und auf Hochglanz polierte Herrenschuhe sind stattdessen gefragt. An der Kleidung der Konfirmierten wird es für alle deutlich: Aus Kindern sind Jugendliche geworden. Junge Menschen, die ihre ersten Schritte in die Welt der Erwachsenen hinein tun.

Zwei Jahre dauert in der Regel der Konfirmandenunterricht und damit die Vorbereitung auf die Konfirmation. Bei Fragen wie „Ist mit dem Tod alles aus?“, der Auseinandersetzung mit Themen die „Nächstenliebe konkret“ oder „Keine Macht der Gewalt“ heißen, ist die eigene Meinung der Konfirmandinnen und Konfirmanden wichtig. Beim Lesen der biblischen Geschichten, aber auch beim Lernen der Zehn Gebote oder des Vater unsers ist der eigene Glaube gefragt. Und natürlich sind dabei auch kritische Fragen nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.

Denn Konfirmation heißt übersetzt nichts anderes als „Bestärkung“. Der eigene Glaube, die eigene Meinung zur biblischen Tradition soll durch die persönliche Beschäftigung gestärkt und gefestigt werden. Und dazu gehören eben auch alle kritischen Anfragen, die Jugendliche an Gott und die Welt haben. Was die Eltern, Patinnen und Paten vor meist mehr als einem Jahrzehnt stellvertretend für den Täufling beantwortet haben, soll am Tag der Konfirmation mit dem eigenen „Ja“ noch einmal bestätigt werden: Die Zugehörigkeit zu Jesus Christus und die Verbundenheit mit seiner Kirche.

Den jungen Menschen traut die evangelische Gemeinde dabei zu, mit der Konfirmation nicht nur nach und nach Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Sie traut ihnen auch zu andere auf ihrem Weg mit Gott begleiten zu können. Denn Konfirmierte haben nicht nur das Recht, am Abendmahl teilzunehmen. Sie können als Patin oder Pate ebenso für einen anderen Menschen Wegbegleiter auf der Suche nach Orientierung und Halt werden.

Die Feier der Konfirmation geht zurück auf den evangelischen Theologen Martin Bucer (1491-1551). Er führte sie als kirchliche Amtshandlung erstmals 1539 in Hessen ein. Seit dem 19. Jahrhundert ist sie allgemein in Deutschland üblich.


Weitere Informationen:

Wann in welcher Gemeinde des Kirchenkreises die Konfirmation gefeiert wird, finden Sie in der Rubrik Gottesdienste.

Infos zur Konfirmation:
Kirche für Einsteiger
Evangelisch - das ganze Leben

Für Jugendliche:
Infos zur Arbeit der Evangelischen Jugend
youngspiriX - das Evangelische Jugendportal

Gottes Segen für die Konfirmanden. (Bild: epd)