Kämpfen um den Sonntag

„Der Mensch lebt nicht von der Wettbewerbsfähigkeit allein.“ So formulierte der diesjährige Gastredner Dr. Hermann Barth in Abwandlung eines Jesus-Wortes. In seinem Vortrag sprach der Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) über die Bedeutung wie auch den Bedeutungsverlust des Sonntags in der Gesellschaft. So würde der Sonntag immer weniger als religiöse Institution wahrgenommen. Gerade in einer Gesellschaft, die auf Wirtschaftlichkeit in allen Bereichen setzt, verschwinde der Sonntag als Ausnahmezeit. Neue gesetzliche Regelungen, die nach und nach immer mehr Verkaufsaktionen an Sonn- und Feiertagen zuließen, trügen das ihrige zu einer Aushöhlung des Sonntagsschutzes bei.

Dabei charakterisierte Barth den Sonntag als eine störende, aber doch vor allem wohltuende Unterbrechung des Arbeitsalltags. Die Heiligung des Feiertags, die in den 10 Geboten gefordert wird, bedeute ein Absondern des Sonntags von den anderen Wochentagen. Dadurch schaffe er einen gemeinsamen, festen Termin in der Woche, an dem die Menschen zur Ruhe und zu sich selbst kommen könnten. Der Sonntag befreie von den Zwängen des Alltags und sei ebenso wichtig für die Gesundheit von Leib und Seele.

Barth plädierte für eine Sonntagskultur, die der Gesellschaft von Kirche und Christen vorgelebt wird. Im Interesse aller Menschen sei es sinnvoll und nötig, weiter für den Erhalt des Sonntags als eines arbeitsfreien Tages zu kämpfen, zur Not auch vor Gericht.

Zuvor hatte Superintendent Dr. Helmut Blanke die rund 200 geladenen Gäste aus Kirche, Politik, Vereinen und Verbänden im Kirchenkreis Buxtehude begrüßt und ihnen für ihr vielfältiges Engagement für die Kirche gedankt. In seiner Eröffnungsrede betonte er die Bedeutsamkeit der Ehrenamtlichen für die Kirche, aber auch für die Gesellschaft allgemein. Insofern sei die neu gegründete FABux ein Ausdruck der konkreten Fürsorge der Kirche für die Welt. Die FABux vermittelt Menschen, die sich freiwillig engagieren möchten, an gemeinnützige Organisationen.

Kirchenkreiskantor Reinhard Gundlach (Orgel) und Boris Havkin (Trompete) setzten um den Empfang einen beeindruckenden musikalischen Rahmen.

Der Vortrag zum Nachlesen.

Gastredner und Gastgeber: Präsident Dr. Hermann Barth und Superintendent Dr. Helmut Blanke (Foto: D. Wolff)