Kirchengemeinde Mulsum leistet Beitrag zur Erhaltung biologischer Vielfalt

Die St. Petri-Kirchengemeinde Mulsum (Gemeinde Kutenholz) freute sich bei einer Naturschutzmaßnahme für einen Kranichlebensraum auf kircheneigenen Flächen über die Unterstützung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung (NBU). Die Stiftung stellte 6.500 Euro zur Verfügung.  Auch aus dem Naturschutzfonds des Landkreises Stade flossen 1.000 Euro in das Projekt. Mit diesen Mitteln und zusätzlichen Spenden wurden die Baggertätigkeiten im Gelände finanziert. Auf einem Grundstück der Kirchengemeinde wurden zwei Senken angelegt, die in normalen Jahren ganzjährig Wasser führen. Dadurch können Kraniche ihren Brutplatz finden. Insgesamt wurden 27 Kleingewässer und Tümpel zur Erhöhung der regionalen Amphibien-, Reptilien- und Insektenbestände neu angelegt. Das Projekt wurde, abgesehen von den Baggerarbeiten und den dazugehörigen Vorarbeiten, ausschließlich durch Ehrenamtliche realisiert.   

Einstimmig beschloss der Kirchenvorstand Mulsum im Frühjahr 2018, eine ca. 2,5 Hektar große kircheneigene anmoorige und lückig bewachsene Waldfläche für langfristige Aufwertungsmöglichkeiten im Biotopschutz und der Landschaftspflege bereit zu stellen. 

„Uns lag am Herzen, dass wir eigeninitiativ einen Beitrag leisten als Landeigentümer. Der Erhalt einer schönen, vielfältigen Umwelt und Heimat ist uns wichtig. Zunächst sieht das etwas wüst und ungeordnet aus, aber wir wissen, dass das gut zurechtwachsen und sich entwickeln wird“, erläuterte Vera Meyn als stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende das Motiv. 

Bei einem gemeinsamen Treffen im August 2018 mit dem benachbarten Pächter informierte Bernd Rathjen aus Harsefeld als Projektbeauftragter der Kirchengemeinde über die Verfahrensweise. Er koordinierte die Planungen und  die Maßnahmen vor Ort im Oktober 2018 gemeinsam mit  Christian Dibbern  aus Verden. 

Es mussten einige Bäume (Pappeln und Birken) gefällt werden. Durch die neuen feuchten Gebiete können Brutplätze für Kraniche entstehen. Auch diverse Amphibien, Vögel, Fledermäuse und Libellen werden dort neuen Lebensraum finden. 

„Durch die Anhebung des Wasserspiegels  und die Neuanlage von Gewässern haben auf der Fläche Tiere und Pflanzen wieder eine Chance, die so in der freien Landschaft immer weniger Möglichkeiten haben. Wenn alles nach Plan läuft, werden Spaziergänger, Interessierte und die Bevölkerung vom Wegesrand aus in einigen Jahren die Möglichkeit haben, die schönen, Jungen führenden Kraniche in der Mulsumer Umgebung zu beobachten,“ betont Bernd Rathjen. 

Zur Projektidee gab es folgende Einschätzung aus Hannover: „Die Bingo-Umweltstiftung zeigt sich beeindruckt, dass eine Kirchengemeinde eines ihrer Grundstücke nutzt, um einen Lebensraum für wassergebundene Arten zu schaffen.“

Die Kirchengemeinde Mulsum sagt „Danke“ bei den zuständigen Ämtern, dem Baggerunternehmen, Pächtern, Spendern, Vereinen, Ehrenamtlichen und der Bingo-Umweltstiftung für die Unterstützung. Durch eine gute und konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte die Naturschutzmaßnahme in rund 80 Stunden ehrenamtlicher Arbeit innerhalb weniger Monate realisiert werden.

Christa Haar-Rathjen

Im Gelände unterwegs vor einem neuen Kranichbiotop: Kirchenvorsteherin Vera Meyn, Projektbeauftragter Bernd Rathjen, Baggerfahrer Rainer Detjen (v. l., Foto: privat)

Durch die Anlage von flachen, sanft ansteigenden wechselfeuchten Zonen können sich auch anspruchsvollere heimische Pflanzen wieder ansiedeln. (Foto: Bernd Rathjen)

Gefördert von der Nieders. Bingo-Umweltstiftung