Kirchenkreissynode beschließt Einsparungen und investiert in nachhaltige Heizsysteme

Die Kirchenkreissynode Buxtehude hat ein Handlungskonzept für den Zeitraum 2023-2028 beschlossen, um dieses dem Landeskirchenamt vorzulegen. In zehn Handlungsfeldern von der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bis hin zum Gebäudemanagement sowie in der Finanz- und  Stellenplanung stehen die in den vergangenen Monaten in Arbeitsgruppen erstellten Schritte nun vor der Umsetzung. Über alle Arbeitsbereiche hinweg zeigt sich ein Bestreben nach verstärkter Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg.

Einig waren sich die elf Gemeinden, dass die Jugendarbeit im Kirchenkreis mit unveränderter Stellenanzahl weitergeführt werden soll. Auch die technischen Dienste und die Kirchenmusik erfahren keine Kürzungen.

Besonders gewichtig sind die Entscheidungen im Pfarramt, wird doch bis 2028 eine ganze Pfarrstelle im Kirchenkreis Buxtehude wegfallen. Die Kürzung betrifft je zur Hälfte die Regionen Fredenbeck-Mulsum und Buxtehude. Mit dem Wechsel von Pastorin Christa Haar-Rathjen aus Fredenbeck und Mulsum ins Schulpfarramt nach Harsefeld ist die westlichste Region des Kirchenkreises nun auf der Suche nach einer Pfarrperson, die mit nur noch einem halben Stellenanteil in beiden Gemeinden tätig wird.

Die beiden Buxtehuder Kirchengemeinden werden beim nächsten sich ergebenden Stellenwechsel oder spätestens bis Ende 2028 die Kürzung der halben Pfarrstelle umzusetzen haben.

Die jährlichen Kürzungen der Zuweisung der Landeskirche um 2% werden in den nächsten Jahren nur zum Teil spürbar werden. Grund dafür sind einige Sondereffekte im Bereich der Pfarrstellenfinanzierung. Die Landeskirche hat die Finanzierung einer weiteren halben Springerpfarrstelle zugesagt. Auch in der Altenheimseelsorge würden Personalmittel zum größeren Teil übernommen. Einnahmen aus der Windkraft und die Personalmittel aus vakanten Stellen haben den Haushalt entlastet.

Der Kirchenkreis Buxtehude wird, wie bereits vor 2015, wieder einen Stellenanteil von 25% für Öffentlichkeitsarbeit vorhalten. Aus der Springerstelle wird außer Vakanzvertretungen auch Unterstützung in den Kirchengemeinden Ahlerstedt und Bargstedt geleistet, da in diesen beiden Gemeinden die Arbeitsbelastung aufgrund des größeren Anteils an Gemeindemitgliedern pro Pfarrstelle besonders hoch ist. Auch die Region Buxtehude hilft hier pfarramtlich aus.

Im Bereich der Jugend- und Konfirmandenarbeit werden neue Wege beschritten. Wo Kirchengemeinden teilweise spendenfinanzierte Stellen nicht mehr im vollen Umfang erhalten können, wird der Kirchenkreis diese Mitarbeitenden für Vertretungsdienste einsetzen und so die Kirchengemeinden finanziell entlasten.

Auch die Planung von Baumaßnahmen nahm einiges an Beratungszeit der Videokonferenz in Anspruch, denn es geht zum einen um die energetische Sanierung von Gebäuden und den Ausstieg aus fossilen Heizsystemen, wofür der Kirchenkreis insgesamt 600.000 Euro für alle Gemeinden bereithält.

Konkrete Hilfen für die Zwischenzeit angesichts der eklatant steigenden Energiekosten erwarten die Kirchengemeinden. Für beide Themen - energetische Sanierungen und akute Heizkostenexplosion –versprach Frank Fohrmann, Vorsitzender des Bau- und Finanzausschusses finanzielle Unterstützung aus dem Budget des Kirchenkreises. Für Heizkostenzuschüsse bisheriger fossiler Systeme das richtige Maß zu finden, sodass energetische Sanierungen nicht auf die lange Bank geschoben werden, gaben die Delegierten den Mitgliedern des Bau- und Finanzausschuss noch einmal mit in die nächsten Beratungen. Als Sofortmaßnahme ließe sich Geld sparen durch eine technische Überprüfung und optimierte Einstellungen der Heizungsanlagen, so Fohrmann. Kirchenamtsleiterin Gabriele Furche mahnte die Einsetzung von Energiebeauftragten in jeder Kirchengemeinde an und verwies auf die fachliche Begleitung bei energetischen Modernisierungen durch die Gebäudemanagerin des Kirchenamtes, Andrea Hasenbeck-Peters.

Im weiteren Verlauf des Abends regte Superintendent Dr. Martin Krarup ein Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt an. Mit dem seit 2019 in Kraft getretenen Kindeswohlschutzkonzept, das landeskirchenweit beispielhaft ist, gibt es Überschneidungen in der Thematik. Darum soll ein integriertes Konzept entwickelt werden, das beide Bereiche vollständig abdeckt.

Ein Rückblick auf den regionalen Kirchentag im Juni, bei dem es Aktionen in allen Kirchengemeinden gab, die Interessierte teils mit dem Fahrrad angesteuert haben, wurde schließlich zu einem Ausblick auf den nächsten in etwa fünf Jahren.

Christa Haar-Rathjen