Monteverdis Marienvesper an St. Petri in Buxtehude

Ob sie so ohne weiteres zu den „Big Five“ der Oratorienliteratur gezählt wird, unterliegt sicherlich nicht nur persönlichen Geschmacksrichtungen. Die „Marienvesper“ von Claudio Monteverdi lässt aber wohl niemanden unberührt, der sich entweder aktiv oder passiv einmal mit ihr auseinandergesetzt hat. Vor gut 400 Jahren (1610) komponiert, gehörte sie damals zum Modernsten was sich auf dem Gebiet der geistlichen Chormusik vorstellen ließ: opernhafte und tänzerische Elemente, ungewohnte Texte (die auch  den Bereich des Erotischen berühren/Hohelied Salomos), vollkommen neue instrumentale Klänge, die Verwendung von Concerti, die bis dato in einem geistlichen Werk nicht erwünscht waren und vieles mehr. Monteverdi hat damit nicht nur das erste abendfüllende Oratorium der Musikgeschichte komponiert sondern damit gleichzeitig auch das Genre revolutioniert. Ein Werk, das von intimsten Klängen bis zur gewaltigen klanglichen frühbarocken Prachtentfaltung alles bietet, was das Herz des Chormusikfreundes erfreuen kann.

Am Sonntag dem 17. Juni ist die Marienvesper in Buxtehudes St. Petri-Kirche um 18 Uhr erstmals überhaupt zu erleben.

Mit St. Petri steht damit ein Raum zur Verfügung, der für Monteverdis Echo-Spielereien und diffizile klangliche Valeurs sehr gut geeignet ist. Man darf sich freuen auf die prächtigen 4-10stimmigen Chöre, auf die intimen Soli mit Lautenbegleitung und auf eine insgesamt auf theatralische Wirkung ausgelegte Musik.

Es musizieren der Kammerchor des Kirchenkreises Buxtehude mit dem Barockorchester „Concerto Farinelli“ (Konzertmeister Volker Mühlberg). Mit dieser Epoche bestens vertraut und zum Teil international gefragt und gefeiert sind auch die Solisten: Ute Engelke (Kirchenmusikpreis Hannover 2004) und Annegret Schönbeck (Mitglied im Johann-Rosenmüller-Ensemble), Sopran;

Franz Vitzthum (Teilnahme u.a. an diversen Händel-Festspielen  und beim Bach-Festival Philadelphia), Altus; Andreas Post (u.a. 2. Preis beim Intern. Bach-Wettbewerb in Leipzig)und Nils Giebelhausen (Zusammenarbeit mit u.a. Thomas Hengelbrock, Frieder Bernius und Peter Neumann), Tenor sowie Raimonds Spogis (u.a. Auszeichnung beim Robert-Schumann-Wettbewerb in Zwickau)und Florian Günther (Zusammenarbeit u.a. mit Gotthold Schwarz, Mitwirkung in div. Festivals) , Bass. Die Gesamtleitung obliegt Kirchenkreiskantorin Sybille Groß.

Karten können per Email erworben werden (hapegross@gmx.de). Bis zum 12. 6. Ist auch das Kartentelefon (01578/967 4172) noch besetzt (Di, Do und Fr von 10-12Uhr, di und do auch von 18-19 Uhr). Darüber hinaus erhält man Karten im Musik Markt Buxtehude (direkt hinter der Petrikirche). Die Abendkasse öffnet um 17 Uhr.

Der Kammerchor des Kirchenkreises Buxtehude (Foto: Christoph Schönbeck)

Andreas Post (Foto: privat)

Franz Vitzthum (Foto: Angie Ernst)