"Nicht an alte Strukturen klammern"

„Wir haben gut gearbeitet und sind in unseren Planungen der nächsten Jahre sehr weit.“ So zuversichtlich blickte Superintendent Dr. Helmut Blanke in die Zukunft bei seinem Jahresbericht vor dem Kirchenkreistag am Dienstag, den 22. Mai 2007. Er erläuterte vor dem Parlament des Kirchenkreises noch einmal den Stand der Finanzen insbesondere für die Ausstattung mit Diakonen- und Pastorenstellen.

„Ich halte es für richtig, die Zahl der Pfarrstellen nicht wesentlich zu reduzieren“, sagte Blanke. Statt dessen plädiere er dafür, ab 2009 Regionaldiakonenstellen einzurichten. Damit wäre ein Diakon für mehrere Kirchengemeinden zuständig. Außerdem halte er es für nötig, die Beratung der Gemeinden im Bereich des Fundraising und des Freiwilligenmanagements auszubauen. Für solche Aufgaben müsse vorausschauend Geld investiert werden. „Das wird nur möglich werden, wenn wir uns nicht an alte Strukturen klammern.“

Superintendent Blanke lobte in seinem Bericht innovative Projekte in den Gemeinden des Kirchenkreises und die Arbeit der Wiedereintrittsstelle unter Leitung von Pastorin Iris Junge. In den knapp zwei Jahren seit deren Eröffnung in der St.-Petri-Kirche Buxtehude seien 34 Personen wieder in die Kirche eingetreten.

Die Wiedereintritte sind dem Kirchenkreis auch deshalb willkommen, weil die Zahl der Gemeindeglieder weiter sinkt. Im Jahr 2006 haben die Gemeinden des Kirchenkreises zusammengenommen 0,6 Prozent der Mitglieder verloren. „Wir verlieren unsere Mitglieder durch Austritte“, stellte Blanke fest. Der von Demographen prognostizierte Bevölkerungsrückgang mache sich im „Speckgürtel“ von Hamburg noch nicht bemerkbar. Die Zahl der Taufen ist im Kirchenkreis schon seit Jahren größer als die der Bestattungen. Dennoch ermutigte Blanke die Gemeinden, verstärkt für die Taufe von Kindern zu werben.

Erfreut registrierte Blanke die Entwicklung der Gottesdienstbesucherzahlen. Hier zeige sich weiterhin ein ansteigender Trend. „Es ist ein Märchen, das gern weitererzählt wird, dass unsere Kirchen immer leerer werden. Das Gegenteil ist der Fall.“

Neben dem Bericht des Superintendenten hörte der Kirchenkreistag außerdem Berichte aus den verschiedenen Ausschüssen und Projektgruppen. Die Delegierten beschlossen eine Klausurtagung, die im Januar 2008 stattfinden soll, und wählten Pastor Uwe Junge in den Vorstand des Kirchenkreistages.

Superintendent Dr. Helmut Blanke