„Wenn ich einmal reich wär’…“ …so fangen Träume an. Und wer hat nicht schon einmal von Reichtum und Luxus geträumt? Ein eigenes Haus, ein großes Auto, ein gutes Einkommen, keine finanziellen Probleme mehr! Wäre das nicht das Paradies auf Erden?

Was könnte ich nicht alles mit dem vielen Geld tun? Einen Teil könnte ich spenden, die Not von Verwandten und Freunden lindern, meinen Namen durch eine von mir initiierte Stiftung unsterblich machen.

Würde ich es aber tatsächlich tun, wenn ich reich wäre? Oder hätte ich dann Angst, den Reichtum zu verspielen nach dem Motto: „Wie gewonnen, so zerronnen“?

Müsste ich als Reicher nicht auf mein Geld aufpassen, es vermehren, so anlegen, dass ich schließlich allein von den Zinsen leben könnte?

Die Angst vor dem Verlust des Reichtums lässt manchen weiter fragen: Muss ich denn unbedingt dem Staat Steuern zahlen? Oder kann ich das Geld nicht in eine Steueroase bringen, damit der Fiskus mir nicht ein großes Stück davon wieder wegnimmt?

Wer reich ist hat Probleme, wie die aktuelle Diskussion über in der Schweiz angelegtes Geld zeigt. Und der Staat, der Geld braucht, steht vor der Frage: Darf man illegal angebotene Dateien kaufen, um so an die Adressen etwaiger Steuerschuldner zu kommen?

Gut, dass ich nicht zu diesen Reichen gehöre, die jetzt vielleicht einige schlaflose Nächte haben werden. Ich kann ruhig schlafen, denn ich weiß, dass Reichtum allein nicht glücklich macht.

Dechant Johannes Pawellek im Buxtehuder und Stader Tageblatt


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Letzte Änderung: 06. 02. 2010