Die Taufe - ein Risiko?


Dechant Johannes Pawellek

„Zu Risiken und Nebenwirkungen beachten Sie bitte die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!“

Wenn ich Medikamente nehme, möchte ich schon wissen, ob und wann sie helfen oder ob sie vielleicht das Gegenteil von dem bewirken, was ich eigentlich erreichen will. Sollte ich in Zukunft nicht Taufeltern noch besser darüber aufklären, was eine Taufe bei ihnen oder ihren Kindern bewirken kann?

Am 25. Dezember haben wir Jesu Geburt gefeiert; an diesem Sonntag werden wir seiner Taufe gedenken. Vermutlich ist Jesus allmählich, wie andere jüdische Kinder auch, in seinen Glauben hineingewachsen: bei der Beschneidung am achten Tag wird ihm sein Name Jesus gegeben, mit 13 Jahren feiert er Bar Mizwa: er darf das erste Mal in einem Synagogengottesdienst aus der Tora vorlesen.

Alles verläuft bei Jesus zunächst ganz normal; bis zu dem Tag, an dem er sich mit etwa 30 Jahren taufen lässt. Zusammen mit vielen anderen Menschen zieht er zum Jordan hinaus und setzt ein Zeichen seiner Verbundenheit mit Gott, den er seinen Vater nennt. Und Gott bestätigt ihn in der Taufe als seinen Sohn. Das ist für Jesus der Beginn, die frohe Botschaft öffentlich in Worten und durch Zeichen zu verkündigen.

Jesus selbst hat nicht getauft. Erst nach seiner Auferstehung gibt er seinen Jüngern, uns, den Taufbefehl. Die Taufe ist nicht ohne! Weil Gottes Geist durch sie wirkt, ist sie nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen!

Dechant Johannes Pawellek in der Kolumne der Kirchen des Stader und Buxtehuder Tageblatts


© Evang.-luth. Kirchenkreis Buxtehude
Letzte Änderung: 07. 01. 2012