Gemeinsam laufen – gemeinsam helfen – die Ev. Kirche Harsefeld bewegt

Nachricht 15. Juni 2026

Große Spendenbereitschaft für Gemeindeprojekte und ukrainische Kinder aus Mykolajiw

Senior:innen am Start mit Diakon Björn Reinkemeier (re.) beim Spendenlauf in Harsefeld. Foto: C. Haar-Rathjen

Harsefeld. "Das Leben rennt - wir laufen ... mit Lust am Leben!" Mit diesem Slogan wärmten sich rund 30 Seniorinnen und Senioren auf für ihren Spenden-Walk beim Lauf-und-Musik-Festival im Geestflecken. Mit einer großen Fundraising-Initiative war die Evangelische Kirchengemeinde Harsefeld an den Start gegangen: Am 10-km-Lauf nahmen gemeinsam mit Landrat Kai Seefried und Superintendent Martin Krarup auch fünf Staffeln (je 4 Personen à 2,5 km) teil, um Spenden für Herzensprojekte zu sammeln. Die Spenden-Summe von mittlerweile rund 27.000 Euro  kann sich sehen lassen. Davon konnten 15.750 Euro dem Landkreis Stade für die Unterstütung des für Juli geplanten Erholungsaufenthalts von 30 ukrainischen Kindern aus Mykolajiw und ihren Müttern im Landkreis Stade übergeben werden. 11.300 Euro fließen in die Gemeindeprojekte der drei Harsefelder Diakon:innen. Jeder Euro zählte doppelt – dank Großspender:innen, die Spenden verdoppelten.

Unterstützung von Landrat Kai Seefried und aus dem Kirchenkreis

Landrat Kai Seefried hatte sichtbar Spaß am Laufen. Er  freut sich sehr über die Kooperation der Kirchengemeinde Harsefeld zugunsten ukrainischer Kinder:

„Die Kinder sind die verwundbarsten Opfer dieses schrecklichen Krieges. Sie sollen bei uns im Landkreis Stade eine Möglichkeit bekommen, wenigstens für ein paar Tage keine Angst um ihr Leben haben zu müssen“. Auch Superintendent Martin Krarup erschien gut gelaunt mit Laufschuhen und Trikot mit dem Aufdruck "Kirche bewegt" in Harsefeld: "Ich laufe gern, und wenn man damit noch Gutes tun kann, umso besser!"

Bei einem Pressegespräch  im Vorfeld hatte  Wilfried Sprekels, Stader Koordinator der Erholungsfreizeit für ukrainische Kinder, bereits das Engagement beim Spendenlauf der Harsefelder Kirchengemeinde gelobt: „Das ist eine Herzensangelegenheit für uns alle, besonders für Landrat Kai Seefried. Mit der Erholungsfreizeit wollen wir den Kindern eine Woche Ruhe ermöglichen, damit sie mit neuen Kräften zurück kehren können in die Ukraine.“ Sprekels hat mit seinem Team kürzlich den 7. Hilfskonvoi aus Stade in die Ukraine durchgeführt. „Wir hören von den ukrainischen Partnern, wie dankbar sie sind für internationale Hilfe, diese Unterstützung ist sehr wichtig.“ Für die Reise nach Stade werden von den ukrainischen Partnern die allerbedürftigsten Kinder ausgewählt, die mit einem nahen Angehörigen, z. B. der Mutter oder Großmutter hierher kommen werden.

Die Stimme einer Frau aus Mykolajiw

Dankbar äußert sich auch Natalia Platonova. Sie stammt aus Mykolajiw und lebt seit März 2022 mit ihrem Sohn in Harsefeld: „In der Ukraine war ich mit allem zufrieden, was ich hatte. Ich bin jetzt zufrieden, hier zu leben und Deutschland sehr dankbar, dass ich diese Unterstützung bekomme. Alle sind sehr dankbar.“ Über den Bezirk Mykolajiw berichtet sie, dass es in der Region zurzeit ruhiger sei. Aber Drohnen und Raketen bedrohen die Menschen weiterhin. „Die Leute versuchen, einfach weiterzuleben.“ Sie begrüßt es, dass die Erholungsfreizeit stattfinden kann, denn von Bekannten hat sie gehört, wie sehr die Kinder und Jugendlichen, aber auch Erwachsene, unter der Situation psychisch leiden. Sie ist mit Angehörigen und Freunden aus ihrer Heimat im Kontakt und weiß daher, dass die Lieferungen von Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen und medizinischem Material dort angekommen sind und sehr dringend gebraucht werden.

Der Initiator des Spendenlaufs möchte christliche Nächstenliebe praktizieren

Hermann Fitschen ist Kirchenvorsteher in Harsefeld und hat die Aktion ins Leben gerufen: „Wenn man sieht, wie Kinder in Kellern unterrichtet werden, weil über ihnen Raketen einschlagen, kann man nicht wegschauen. Viele haben nahe Angehörige im Krieg verloren oder leben getrennt von ihnen. Diese Spuren sind unvorstellbar. Als Christen dürfen wir das nicht gleichgültig hinnehmen.“

Die Spenden für die Gemeindeprojekte der drei Diakon:innen, Björn Reinkemeier, Daniel Hägerbäumer und Miriam Schäfer fließen in Angebote für Kinder- und Jugendliche und in Projekte für Senior:innen. Auch das Fresh-X-Gemeindeprojekt „Kirche am Redder“ wird damit unterstützt. Hier plant die Kirchengemeinde zurzeit eine Aktualisierung des Projektes, das dann nicht mehr nur einem Wohnquartier, sondern dem ganzen Ort zugute kommen soll.

Andreas Ibe lief zum 3. Mal beim Spendenlauf mit. Er ist Mitorganisator des Lauf- und Musik-Festivals und findet es wichtig, dass jede:r mitlaufen kann, unabhängig von Tempo und Streckenlänge. So begrüßt er besonders auch den Walk der Senior:innen auf der rund 960 m langen Bambini-Strecke durch den Klosterpark: „Das wird gesehen, dass man für etwas, für soziale Projekte, läuft. So können weitere Menschen miteinbezogen werden,“ ist er sich sicher. 

Christa Haar-Rathjen