Geschwisterlicher Besuch – Regionalbischöfin zur Visitation im Kirchenkreis Buxtehude

Nachricht 09. Oktober 2026

Begegnungen mit Menschen aus Gemeinden, Politik und lokaler Wirtschaft

Superintendent Martin Krarup und Regionalbischöfin Sabine Preuschoff. Foto: C. Haar-Rathjen

Buxtehude. Sabine Preuschoff ist seit elf Monaten Regionalbischöfin für den Sprengel Stade. Im Ev. Kirchenkreis Buxtehude beginnt sie mit den Visitationen der einzelnen Kirchenkreise und besuchte dort bereits den Superintendenten, Dr. Martin Krarup, in seinem Büro. Als „geschwisterlichen Besuch“ möchte sie diese Aufgabe ausüben, denn Visitation bedeutet Besuch. „Besuch bedeutet Wertschätzung, mit Erfahrungen, die ich von außen mitbringe - nicht um alles besser zu wissen, sondern um Impulse zu geben.“

Auch einige Diakon:innen vom Kirchenkreisjugenddienst (KKJD) hat sie bereits kennengelernt. Sie verantworten gemeinsam mit den Gemeindepastor:innen die Konfirmand:innenarbeit „unterwegs“, bei der sieben von elf Kirchengemeinden des Kirchenkreises mitmachen und zurzeit mit einem großen Team eine Konferfahrt nach Sylt vorbereiten.

Begegnungen in Gemeinden und Gremien, mit Religionslehrkräften und Schulleitungen sowie Mitarbeitenden des Kitaverbandes, aber auch mit einem größeren und einem mittelständischen Betrieb sind im Laufe des Oktobers geplant. Dorthin möchte sie ebenfalls Wertschätzung mitbringen und „wahrnehmen, was betrifft die Menschen, was brauchen sie, um hier gut zu leben. Was können wir als Kirche einbringen, was besteht bereits?“

Zum Abschluss wird es am 1. November um 10.00 Uhr einen Visitationsgottesdienst in St. Petri Buxtehude geben. Dort wird der Superintendent predigen und die Regionalbischöfin ein Grußwort sprechen. Beim anschließenden Kirchenkaffe wird Gelegenheit für ein Gespräch mit Sabine Preuschoff sein.

Begegnungen mit der Politik stehen außerdem auf dem Programm. So wird Preuschoff die im Bereich des Kirchenkreis wohnenden Landtagsabgeordneten Birgit Butter und Corinna Lange treffen.

Superintendent Martin Krarup stellt vor, wer alles im Kirchenkreis Buxtehude zu den beruflichen Kräften gehört: 21 Pfarrpersonen arbeiten auf 15,5 Gemeindepfarrstellen, 2 Springerstellen und in zwei Funktionspfarrämtern (eine Klinikseelsorgerin, eine Schulpastorin mit halbem Stellenanteil). Neun Diakon:innen teilen sich die Arbeit auf sieben Jugenddiakon:innenstellen und anderthalb Gemeindediakon:innenstellen. Dazu kommt die Kreiskantorin, eine Kirchenkreissozialarbeiterin beim Diakonieverband Buxtehude-Stade, ein Fundraiser, der je eine halbe Stelle für die Kirchenkreise Buxtehude und Stade innehat sowie ½ Stellenanteil für Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt, ebenfalls gemeinsam mit Stade. Dazu kommen die etwa 210 Mitarbeitenden der zehn Kindertagesstätten im Ev. Kitaverband Buxtehude. Auch hier gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Kitaverband Stade, was die pädagogische Fachberatung angeht.

Zusammenarbeit und Regionalität sind wichtige Themen. In den vier Regionen des Kirchenkreises, der sich im Westen von der Kirchengemeinde Mulsum bis in die Estestadt im Südosten erstreckt, wird das bereits praktiziert.

„Rund 34.000 Mitglieder wohnen in unseren elf Gemeinden. Kirche verliert auch hier an Mitgliedern. Nicht jedes Thema können wir allein bedienen. An mehreren Punkten kooperieren wir bereits mit Stade, so seit über 20 Jahren mit dem gemeinsamen Diakonieverband. Inzwischen laufen Überlegungen an, wie und wann die Kirchenkreise fusionieren könnten.“

Die Kirchenkreise gehen in Finanz- und Personalfragen derzeit auf den Planungszeitraum 2029-2035 zu. „Bis Ende 2027 muss der Planungsprozess abgeschlossen sein. Wir merken, dass die bisherige Logik über die Gemeindemitgliederzahlen nur noch bedingt trägt. Die Kirchengemeinden werden keine Vollsortimenter mehr sein.“  Das sei am Beispiel der Kirchengemeinde Neukloster zu sehen, die zahlenmäßig klein sei, aber mit ihrer Singschule „Wunderwerk“ und über 200 Menschen in sechs Chören eine enorme übergemeindliche Strahlkraft habe.

Sabine Preuschoff freut sich auf die Begegnungen in und um Buxtehude in den nächsten Wochen: „Ich möchte auch den Sozialraum stärker in den Blick nehmen. Wie ist Kirche im Kontakt mit anderen Playern. Was können wir hier mitgestalten?“

Christa Haar-Rathjen, Öffentlichkeitsbeauftragte im Kirchenkreis Buxtehude